Flüchtlinge an polnisch-belarussischer Grenze brauchen Hilfe

Eine Pressemitteilung der Diakonie SH zur Situation der Flüchtlinge an der polnisch-belarussischen Grenze...

Pressemitteilung

Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein ruft gemeinsam mit den Diakonischen Werken in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zu Spenden für die Flüchtlinge an der polnischen Grenze zu Belarus auf. 

„Die Situation dort ist eine humanitäre Katastrophe. Familien mit kleinen Kindern, Kranke, alte Menschen müssen bei eisigen Temperaturen im Wald ausharren”, sagt Diakonie-Vorstand Heiko Naß. „Die Diakonie Polen sowie die evangelischen Kirchgemeinden sind vor Ort und versuchen, die nötigsten Hilfen zu ermöglichen. Zurzeit werden stabile und winterfeste Unterkünfte errichtet. Auch Bekleidung, Lebensmittel oder Hygieneartikel werden zur Verfügung gestellt. Um diese Situation zu meistern, braucht die Diakonie in Polen finanzielle Unterstützung.”

Spendenkonto
Diakonisches Werk Schleswig-Holstein
IBAN: DE48520604100406403824
BIC: GENODEF1EK1
Spendenzweck: ‘Diakonie Nothilfe Polen 21’

Die Spenden werden für die Koordinierung der angelaufenen Flüchtlingshilfe und den Kauf von dringend benötigten Medikamenten, Lebensmitteln und Kleidung verwendet. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Büro des Beauftragten für Bürgerrechte in Polen, der einzigen Organisation, die zurzeit in die Ausnahmezone einreisen darf. „Weil die politischen Bemühungen um eine Lösung der Situation sich noch hinziehen, ist konkrete, schnelle und unbürokratische Hilfe erforderlich“, sagt Landespastor Heiko Naß.
Die Situation der Geflüchteten an der belarussisch-polnischen Grenze spitzt sich unterdessen weiter zu. Diese Menschen leiden unter Hunger und Kälte und benötigen sofortige medizinische Hilfe. Mitarbeitende der Diakonie der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen berichten von dramatischen Zuständen. Die Arbeit von Medien, Hilfsorganisationen, Medizinern oder Anwälten wird innerhalb der polnischen Ausnahmenzone stark behindert. Der von den polnischen Behörden verhängte Ausnahmezustand an der Grenze dauert unterdessen weiter an.

Hintergrund
Die Evangelisch-Augsburgische Kirche organisierte eine Spendensammlung für „Die Rettung“-Stiftung, die sowohl an der Grenze zu Belarus tätig ist als auch Flüchtlingen hilft, ihren Aufenthalt in Polen fortzusetzen.
In Zusammenarbeit mit den evangelischen Seelsorgern des Grenzschutzes hat Diakonie Polen 500 Hilfspakete für Menschen an der Grenze zusammengestellt. Dies ist die erste Phase der Sachhilfe für Flüchtlinge – Pakete, die den Menschen im Freien und in bewachten Zentren übergeben wurden.
In Zusammenarbeit mit dem evangelischen Verein Betel unterstützte Diakonia Polska das bewachte Zentrum für Ausländer in Kętrzyn. Dank einer Spende von 5.000,00 PLN konnten die notwendigsten Produkte gekauft werden – warme Kleidung und Winterschuhe sowie Lebensmittel und Hygieneartikel, die den Bewohnern der Einrichtung direkt helfen.
Der Aufruf der Diakonie Polen wird von den Kirchengemeinden aufgegriffen, die konkrete Sachspenden sammeln. Auf diese Weise werden bewachte Zentren und Flüchtlinge, die sich an der Grenze aufhalten, sowie Menschen, die sich in medizinischen Einrichtungen im Grenzgebiet befinden, unterstützt. Die Kirchengemeinden sammeln auch Geldspenden, die nach Abschluss der Sammlung gemeinsam an die Diakonie weitergeleitet werden, von wo aus der weitere Hilfe koordiniert wird.
Vertreter der Diakonie Polen und der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen haben dem Krankenhaus in Hajnówka Sachspenden zukommen lassen. Das Krankenhaus liegt etwa 20 km von der polnisch-belarussischen Grenze entfernt. Seit einigen Monaten steigt die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Flüchtlingen und Migranten, die die Grenze in diesem Gebiet überqueren. Gleichzeitig nimmt die Zahl der COVID-19-Patienten im Krankenhaus zu, und außerdem erhält das Krankenhaus regelmäßig terminierte Patienten, so dass die Situation äußerst schwierig ist. Das Personal ist überlastet, es mangelt an Betten, und es wird neue Kleidung benötigt, da die Kleidung, in der die Flüchtlinge ins Krankenhaus gebracht werden, nicht mehr brauchbar ist. Dem Aufruf folgten unter anderem die Diakonie Polen und die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen. Zu den gespendeten Waren gehörten persönliche Schutzausrüstungen für den Pandemiefall (FFP2-Masken, medizinische Anzüge und Nitrilhandschuhe) sowie Hilfsgüter wie Jogginghosen, T‑Shirts, Unterwäsche, Socken, Besteck, Energieriegel und Säfte.

Für Rückfragen:
Jonas Czok
Pressereferent
Diakonisches Werk Schleswig-Holstein
Telefon: 04331 593133
j.czok@diakonie-sh.de


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