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Werte, Normen, Weltanschauungen und – darstellungen, die als Allgemeingültigkeit gesetzt und gelehrt werden, jedoch ausschließlich aus einer verklärten, europäischen Perspektive sind und diese buchstäblich in den Mittelpunkt stellen (z.B. Darstellung von Weltkarten).

Eurozentrismus ist von weißen, christlichen, kolonialen Denkweisen geprägt und wurde und wird weltweit durchgesetzt. Er geht mit VerAnderung (Othering), Abwertung, Negation von Denk- und Lebensweisen, die eurozentrischen Normen nicht entsprechen, massiven Diskriminierungen und Gewalt einher.

Quelle: Queerulant_in. Queere Politiken und Praxen (Jahrgang 10, Ausgabe 1) — Dezember 2021 

Das heißt:

Eurozentrismus  ist eine Einstellung, die Europa unhinterfragt in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns stellt. Ausgehend von der Annahme, dass die kulturellen und politischen Systeme Europas das ideale Modell universeller Vernunft und menschlicher Entwicklung darstellen, wird Europa als Maßstab gesellschaftlicher Analysen und politischer Praxis betrachtet. Besonders deutlich wird dies im Zusammenhang mit Kolonialismus und Imperialismus. Epistemologisch betrachtet ist Europa dabei sowohl Forschungssubjekt als auch -objekt, d.h. es wird als Modell für gesellschaftliche Entwicklungen betrachtet, mit dem alle anderen Erscheinungen verglichen werden. Die europäische Geschichte und Gesellschaftsentwicklung wird als Norm verstanden, die erfüllt oder von der abgewichen wird, ohne die historische und kulturelle Partialität dieser Perspektive zu erkennen. Der damit verbundene universalistische Anspruch, der die europäische Auffassung privilegiert, ignoriert die nur begrenzte theoretische und praktische Übertragbarkeit. Kritik am Eurozentrismus durch Offenlegung der Funktionsmechanismen dieser kulturellen Konstruktion wird u.a. durch den Poststrukturalismus und den Postkolonialismus geübt.

Quelle: LEXIKON DER GEOGRAPHIE: Eurozentrismus https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/eurozentrismus/2242

Weiterführende Informationen:

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/200363/eurozentrismus-in-der-entwicklungszusammenarbeit/

 

 

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