Empowerment

Prozesse des Empowerments können zum Beispiel solidarische Aktionen, zumeist von marginalisierten Personen und Gruppen sein. Durch gegenseitige Unterstützung sollen diskriminierende Lebensbedingungen überwunden werden. Ergebnisse sind meist die Aufhebung von Ohnmacht und ein gestärktes Selbstbewusstsein der Menschen.

Empowermentprozesse finden sowohl ohne als auch mit professioneller Unterstützung statt. Professionelle oder freiwillige Engagierte sollten sich folgende Fragen stellen:

  • Unter welchen Bedingungen gelingt es Menschen, eigene Stärken zusammen mit anderen zu entdecken?
  • Was trägt dazu bei, dass Menschen aktiv werden und ihre eigenen Lebensbedingungen gestalten und kontrollieren?
  • Was können Professionelle dazu beitragen, um verschiedene Formen von Selbstorganisation zu unterstützen? Wie können sie ein soziales Klima schaffen, das Prozesse des Empowerments unterstützt?
  • Welche Konsequenzen haben solche Erfahrungen auf die beteiligten Menschen, Organisationen und Strukturen?

 

Professionelle Empowerment-Projekte sollten hierarchische oder paternalistische Ebene vieler sozialer Dienstleistungen verlassen. Das heißt, nicht mehr die Hilfe für andere als Hilfe und Fürsorge für Schwächere anzusehen. Sie sollten das jeweilige soziale und politische Umfeld eines Menschen immer mitdenken. Denn das bestimmt das Vorhandensein und die Entwicklung von Ressourcen mit.

Das Gelingen von Empowermentprozessen erfordert die Entwicklung eines sozialen Klimas und einer „nicht technizistischen“ professionellen Grundhaltung. Diese umfasst u. a. Ressourcen- und Kompetenzorientierung, Prozessorientierung, Zielorientierung, Optimismus, Bereitschaft zu gleichberechtigten Arbeitsbeziehungen, Bereitschaft, Vertrauen entgegenzubringen und die Bereitschaft, Verantwortung und Kontrolle abzugeben.

Um Prozesse des Empowerments anzustoßen, ist es prinzipiell wichtiger, Fragen zu stellen als Antworten zu geben. Mit einer Frage wird die Neugier der Befragten angeregt und ein Prozess des „Suchens“ ausgelöst. Die professionelle Arbeit mit partizipativen Methoden (wie etwa Zukunftswerkstätten, Photo-Voice, aktivierende Befragungen, Nutzerbeiräte, Methode des Open Space) kann diese Entwicklungen befördern.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/empowermentbefaehigung/

EmBIPoC (Empowerment of Black, Indigenous und People of Colour): https://www.instagram.com/embipoc/?hl=de

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